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„Land in Sicht!“ – Literarische Inszenierungen von Landnahmen und ihren Folgen
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Produktdetails

ca. 380 Seiten, 14,4 x 21 cm, fester Einband

ISBN

978-3-503-19918-1

Erscheinungstermin

voraussichtlich im Mai 2021

„Land in Sicht!“

Literarische Inszenierungen von Landnahmen und ihren Folgen


Herausgegeben von Prof. Dr. Michaela Holdenried und Dr. Anna-Maria Post

Mit Beiträgen von Christine Eickenboom, Florian Gassner, Joachim Grage, Stefan Hermes, Peter Höyng, Michaela Holdenried, Alexander Honold, Djördje Kandic, Florian Krobb, Oliver Lubrich, Johannes Müller, Helge Perplies, Anna-Maria Post, Mareike E. Reisch, Hans-Christian Riechers, Hanna Rinderle, Herbert Uerlings, Joachim Warmbold, Lena van Beek und Katharina von Hammerstein

Die Beiträge des Bandes beleuchten verschiedene Szenarien und Praktiken von Landnahme und deren literarische Inszenierung in einem historischen Bogen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Die Bandbreite reicht von europäischen Gründungsmythen wie dem des Riesen Teuton über Christoph Kolumbus’ „Entdeckung“ der Neuen Welt und deren literarischer Verarbeitung bis hin zu postmodernen Re-Lektüren der deutschen Kolonialgeschichte.
In der Zusammenschau wird deutlich, dass Landnahmen nur vordergründig Territorialisierungsprozesse sind, die mithilfe ritualisierter Praktiken des räumlichen Ordnens Herrschaft über Land stabilisieren. Die Mechanismen sind in Wirklichkeit viel komplexer, besonders wenn man eine metaphorische Qualität des Begriffes und eine symbolische Dimension der Praktiken annimmt. Diese vollziehen Landnahme nicht nur faktisch (etwa durch das Einrammen von Grenzpflöcken), sondern initiieren begleitende Prozesse der Imagination und stoßen das Durchexerzieren von Landnahmeszenarien im Diskurs an. Erst so entsteht ein stimulierendes, rechtfertigendes und programmatisches Narrativ der Landnahme. Eine literaturwissenschaftliche Analyse der Praktiken und Verwendungsweisen des Landnahme-Begriffs liegt damit auf der Hand, blieb in der bisherigen postkolonialen Auseinandersetzung allerdings bisher aus. Der Band schließt daher eine gravierende Forschungslücke im Bereich der postkolonialen Literaturwissenschaft.
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