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Plötzlich vor dem Nichts: Viele Start-ups kämpfen um ihre Existenz. (Foto: Song_about_summer - stock.adobe.com)
Corona-Krise

Aus-gegründet: Start-ups brauchen dringend Hilfe

ESV-Redaktion/ConsultingBay
27.03.2020
Die Corona-Pandemie trifft insbesondere Gründer und Gründerinnen, deren Geschäfte häufig von einem Tag auf den anderen komplett zusammengebrochen sind. Der Digitalverband Bitkom fordert Maßnahmen, die gezielt auf junge innovative Technologie-Unternehmen zugeschnitten sind.
Start-ups haben in aller Regel keine Rücklagen, viele leben von der Hand in den Mund und haben nicht den langen Atem, um diese Krise ohne Unterstützung durchzustehen, so Bitkom-Präsident Achim Berg. Der Verband drängt darauf, besonders folgende Themen in den Blick zu nehmen:
  • Kurzfristige Liquiditätslücken schließen: Die zur Liquiditätssicherung verkündeten Maßnahmen sind bisher für innovative, junge Wachstumsunternehmen nicht nutzbar. Nötig ist eine volle Risikoübernahme durch die KfW. Damit Start-ups finanzierbare Kredite erhalten können, sollten immaterielle Unternehmenswerte wie Daten in der Bonitätsbewertung stärker berücksichtigt werden. Der Umfang der Antragsprüfung sollte so angepasst werden, dass eine Auszahlung der Mittel binnen weniger Tage gewährleistet ist.
  • Vereinfachte staatliche Co-Investitionen: Die Verfügbarkeit von Wagniskapital für Start-ups wird sich in Folge der Coronakrise verschlechtern. Um aussichtsreiche und innovative Geschäftsmodelle nicht unverschuldet ins Aus geraten zu lassen, sollten Finanzierungsrunden mit staatlichen Mitteln vervollständigt werden, wenn mindestens 25 Prozent des Volumens durch private Investoren aufgebracht werden.
  • Einführung des Zukunftsfonds beschleunigen: Durch die Coronakrise droht insbesondere der Abzug von ausländischem Wagniskapital aus Deutschland. Dieses fehlt für große Finanzierungsrunden deutscher Start-ups. Deshalb sollte unbedingt an den Plänen zur Einführung des Zukunftsfonds festgehalten und die Umsetzung beschleunigt werden.
  • Kurzarbeitergeld vereinfachen: Kurzarbeit kann auch für Start-ups ein gutes Mittel sein, um auf einen kurzfristigen Absatzeinbruch zu reagieren. Allerdings stellt das 40-seitige Regelwerk zur Kurzarbeit gerade für kleine Start-ups eine Hürde dar, zumal sie häufig nicht über juristische In-House-Expertise verfügen. Hinzu kommt der bürokratische Aufwand bei der Beantragung. Um sowohl Unternehmen als auch Arbeitsagenturen angesichts der aktuellen Herausforderungen zu entlasten, sollte die Antragstellung wahlweise nicht mehr monatlich, sondern auch quartalsweise für je drei Monate erfolgen können. Zudem sollte die Beantragung von Kurzarbeitergeld temporär auch für Werkstudenten möglich sein.
  • Personal- und Fixkosten bezuschussen: Um die Liquidität der Start-ups sicherzustellen, muss auch eine Entlastung im Bereich der Fixkosten möglich sein.
Darüber hinaus schlägt Bitkom in dem Papier „Ganzheitliches Unterstützungspaket für Startups in Zeiten der Coronakrise“ vor, die Situation für ausländische Fachkräfte, auf die viele Start-ups angewiesen sind, zu klären, Förderzeiträume zu verlängern und Steuerstundungen auszuweiten.

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(ESV, uw)

Programmbereich: Management und Wirtschaft