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Nur hälftiger Abzug der Entfernungspauschale bei Zurücklegen des Hin- und Rückwegs zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte an unterschiedlichen Arbeitstagen (Foto: Jürgen Fälchle/stock.adobe.com)

BFH zur Berechnung der Entfernungspauschale bei Hin- und Rückweg an unterschiedlichen Arbeitstagen

ESV-Redaktion Steuern
19.06.2020
An manchen Arbeitstagen kommt es vor, dass der Arbeitnehmer nur eine Strecke zwischen erster Tätigkeitsstätte und Wohnung zurücklegt. Der BFH hat aktuell darüber entschieden, ob die Entfernungspauschale auch für diese Tage anzusetzen ist.
Die Entfernungspauschale für Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte gilt arbeitstäglich zwei Wege (einen Hin- und einen Rückweg) ab. Legt ein Arbeitnehmer nur einen Weg zurück, so ist nach dem vor kurzem veröffentlichten Urteil des Bundesfinanzhofs vom 12.02.2020 - VI R 42/17 nur die Hälfte der Entfernungspauschale je Entfernungskilometer und Arbeitstag als Werbungskosten zu berücksichtigen.

Der Kläger des Urteilsfalls suchte regelmäßig arbeitstäglich seinen Arbeitsplatz auf und kehrte noch am selben Tag von dort nach Hause zurück. Vereinzelt erfolgte die Rückkehr nach Hause jedoch erst an einem der nachfolgenden Arbeitstage. Der Kläger machte auch in diesen Fällen sowohl für die Hin- als auch die Rückfahrt die vollständige Entfernungspauschale als Werbungskosten geltend. Weder Finanzamt noch Finanzgericht ließen den Abzug dafür zu.

Hin- und Rückweg von Entfernungspauschale abgegolten

Auch vor dem BFH blieb der Kläger erfolglos. Die Richter des obersten Finanzgerichts hielten die vom Kläger erhobene Revision für unbegründet und wiesen seine Klage ab. Das Finanzgericht habe im Ergebnis zu Recht keine weiteren Werbungskosten für die Fahrten des Klägers zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte zum Abzug zugelassen.

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Bei Zurücklegen von Hin- und Rückweg an unterschiedlichen Arbeitstagen nur hälftige Entfernungspauschale abziehbar

Zur Abgeltung der Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ist für jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die erste Tätigkeitsstätte aufsucht, eine Entfernungspauschale von 0,30 Euro für jeden Entfernungskilometer anzusetzen. Die Entfernungspauschale gilt sowohl den Hinweg von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte als auch den Rückweg ab. Der Abzug der Entfernungspauschale setzt nach dem Urteil der BFH-Richter voraus, dass der Steuerpflichtige an einem Arbeitstag den Weg von der Wohnung zu seiner ersten Tätigkeitsstätte und von dort wieder zurück zu seiner Wohnung zurücklegt. Legt der Steuerpflichtige diese Wege an unterschiedlichen Arbeitstagen zurück, kann er die Entfernungspauschale für jeden Arbeitstag nur zur Hälfte geltend machen.

Quelle: PM des BFH Nr. 26/2020 vom 12.06.2020

Kurzarbeit und Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz – Steuer und Recht

Mit der Corona-Pandemie wird die Kurzarbeit ein wichtiges Instrument für Unternehmen, um Kosten durch Arbeitsausfälle zu minimieren. Und auch die oft greifenden Regelungen rund um das Infektionsschutzgesetz (IfSG) sind jetzt systematisch in den Blick zu nehmen.

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    • Abrechnung von Kurzarbeit:
    • - Anspruchsvoraussetzungen und Berechnung des Kurzarbeitergeldes sowie aktuelle Änderungen z.B. zu Hinzuverdienst oder höherem Kurzarbeitergeld (Sozialschutz-Paket II)
      - Steuer- und Sozialversicherungsbeiträge und ihre korrekte Berechnung
      - Weitere Praxisfragen z.B. zu Zuschüssen zum Kurzarbeitergeld, zu Krankheit oder Feiertagen
    • Entschädigungen nach dem IfSG:
    • - Anspruch, Dauer und Höhe von Entschädigungen, insb. auch für erwerbstätige Sorgeberechtigte
      - Beitragsberechnung, innerhalb und oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze
      - Erstattung durch zuständige Behörden

Viele praktische Empfehlungen und Hinweise, auch zu Ansprechpartnern bei möglichen Änderungen, unterstützen Sie bei der zielgerichteten Umsetzung.


(ESV/fl)

Programmbereich: Steuerrecht