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Die weltweite Vernetzung forciert die Verlagerung von Risiken für Finanzdienstleister. (Foto: jozsitoeroe/stock.adobe.com)
Financial Services Risk Trends

Covid-19, Cyber und Compliance als Hauptrisiken für Finanzdienstleister

ESV-Redaktion Management und Wirtschaft
06.05.2021
Die Akteure im Finanzdienstleistungssektor sehen sich mit erhöhten Risiken konfrontiert.

Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Financial Services Risk Trends von Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) hervor.

Zu den Gefährdungen zählt AGCS in erster Linie Cyberrisiken aufgrund der Abhängigkeit des Sektors von Technologie, eine wachsende Belastung durch Compliance und die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Hinzu komme, dass Finanzinstitute seitens der Stakeholder verstärkt zu Themenfeldern wie Nachhaltigkeit, Beschäftigungspraktiken, Diversität, Inklusion und Vergütung von Führungskräften kritisch hinterfragt würden.

Herausforderungen in der Compliance

Compliance sieht die Allianz als eine der größten Herausforderungen für die Finanzdienstleistungsbranche. Gesetzgebung und Regulierung in den Feldern Cyber, Technologie, Klimawandel und ESG-Faktoren (Environment, Social, Governance Anlagekriterien) entwickelten sich weiter und nähmen zu. Laut AGCS-Studie gab es in den vergangenen Jahren einen Paradigmenwechsel in der regulatorischen Sicht auf Datenschutz und Cybersicherheit. Die Folgen von Datenschutzverletzungen seien mittlerweile weitreichend – mit einer aggressiveren Durchsetzung, höheren Bußgeldern, regulatorischen Kosten und einer wachsenden Haftung gegenüber Dritten.

Risiken auch durch Drittanbieter

Nach mehreren größeren Ausfällen bei Banken und Zahlungsdienstleistern konzentrieren sich die Aufsichtsbehörden zunehmend auf die Geschäftskontinuität, robuste Prozesse und das Management von Risiken durch Drittanbieter, beobachtet die Allianz. Unternehmen müssten Datenschutzvorschriften und die Vorgaben der Aufsichtsbehörden korrekt umsetzen – und nicht nur auf die IT-Sicherheit achten.

Neue Risiken durch neue Technologien

Die Anwendung neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Biometrie und virtuelle Währungen werde voraussichtlich neue Risiken und Haftungsfragen mit sich bringen, zum großen Teil auch bezüglich Compliance und Regulierung. Bei KI liefen in den USA bereits regulatorische Ermittlungen im Zusammenhang mit der Verwendung von unbewussten Verzerrungen in Algorithmen zur Kreditwürdigkeitsprüfung. Außerdem habe es Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit der Erfassung und Nutzung biometrischer Daten gegeben.

Kryptowährungen im Fokus

Digital- oder Kryptowährungen als Anlageklasse würden operative und regulatorische Risiken für Finanzinstitute mit sich bringen. Darunter fielen Unsicherheiten in Bezug auf potenzielle Vermögensblasen und Bedenken hinsichtlich Geldwäsche, Ransomware-Angriffen, Haftungsforderungen Dritter und auch ESG-Themen, da die Schaffung von Kryptowährungen große Mengen an Energie verbrauche. Die Zunahme von Börseninvestitionen, die durch soziale Medien beeinflusst werden, könnten das Risiko von Verkaufsfehlern erhöhen.

Das sind die Kernaussagen des AGCS-Reports:

  • Covid-19, Cyber, Compliance und ESG sind wichtigste Risikofaktoren im Finanzdienstleistungssektor.
  • Analyse von 7.654 Versicherungsschäden für Finanzinstitute in den vergangenen fünf Jahren in Höhe von rund 870 Millionen Euro: Cybervorfälle sind die häufigste Schadensursache – eine steigende Zahl von Schäden durch Systemausfälle oder Datenschutzverletzungen. Drittanbieter stellen eine potenzielle Schwachstelle dar.
  • Covid-19 kann zu Marktkorrekturen und Insolvenzen führen, was sich auf die Bilanzen der Finanzinstitute auswirken, die Risiken für die Geschäftsführer erhöhen und zu Rechtsstreitigkeiten führen könnte.
  • Compliance-Probleme sind bereits heute einer der größten Treiber für Klagen. Die Bedeutung von Regeltreue nimmt weiter zu – insbesondere im Zusammenhang mit ESG-Faktoren und dem Klimawandel.

Betriebsunterbrechung, Pandemie-Ausbruch und Cyber-Vorfälle sind die drei meist genannten Geschäftsrisiken für 2021. Das hatte die Allianz bereits zu Beginn dieses Jahres anhand ihre Risiko-Barometers festgestellt.

(ESV/fab)

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