Sie haben folgende Möglichkeiten:
  1. zum Login.
  2. zur Navigation.
  3. zum Inhalt der Seite.

Ralf Kimpel, Vorstandsvorsitzender der RMA Risk Management & Rating Association e.V. (Foto: RMA Risk Management & Rating Association e.V.)
Nachgefragt beim RMA-Vorstandsvorsitzenden Ralf Kimpel

„Jeder Einzelne ist eine Art Risikomanager“

ESV-Redaktion Management und Wirtschaft
07.04.2022
Die RMA Risk Management & Rating Association startet am 16. Mai 2022 in München die 16. Auflage des Risk Management Congresses (RMC). Im Mittelpunkt der zweitägigen Risikomanagementkonferenz steht die Chancensicht in Krisenzeiten.

Der RMA-Vorstandsvorsitzende Ralf Kimpel sieht in diesem Zusammenhang Unternehmen verstärkt in der Verantwortung und beantwortet im Vorfeld des RMC 2022 bereits erste zentrale Fragen im Interview mit dem ESV.

Wie kann der Verband der Risikomanager in diesen Krisenzeiten Hilfestellungen für Unternehmen leisten?

Ralf Kimpel: Im Rahmen unserer Verbandsarbeit setzen wir auf ein breites Spektrum an Themen, die sich auf der aktuellen Risikolandkarte ablesen lassen. Dazu zählen etwa Finanzrisiken, Lieferkettenprobleme, Cybergefahren und Risiken in der Energieversorgung. Zu allen Themen arbeiten wir in Expertengremien mit Unternehmen des Mittelstands und auf Konzernebene zusammen. Dieser regelmäßige Austausch ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen von Branchen und gibt Unternehmensvertretern wichtige Impulse und Ideen für ihre eigene Risikomanagementarbeit.

Was empfehlen Sie Unternehmensvertretern mit Blick auf das eigene Risikomanagement?

Ralf Kimpel: Wir empfehlen, das Risikomanagement nicht nur auf dem Papier zu ordnen. Ein gelebtes Gesamtrisikomanagement ist für Organisationen heute unerlässlich, erlaubt es doch bei einer professionellen Herangehensweise, den Blick nach vorne zu richten. Damit einher gehen nicht nur juristische Fragen samt Aufsichts- und Überwachungspflichten. Es geht vielmehr darum, ein Unternehmen vor einer möglichen Krise das notwendige Rüstzeug für den Ernstfall mitzugeben und die notwendigen Schritte und Prozesse darauf auszurichten. Denn tritt das Risiko ein, ist es meist zu spät, um dann über ein mögliches Risikomanagement nachzudenken.

Wie sollte das Management ausgerichtet sein, um auch beim Eintritt von Risiken als Organisationen handlungsfähig zu bleiben und nachhaltig agieren zu können?

Ralf Kimpel: Ein Gesamtrisikomanagement muss in der eigenen Organisation leben. Das klingt zunächst trivial, ist es aber nicht. Denn der gesamte Prozess steht und fällt mit den Menschen, die im Unternehmen arbeiten. Das heißt: Sind die Mitarbeitenden nicht Teils des Risikomanagements, ist der gesamte Prozess zum Scheitern verurteilt. Jeder Einzelne ist also eine Art Risikomanager für seinen Bereich. Von daher sollten Unternehmen in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren. Hierzu gehören auch Awareness-Maßnahmen und regelmäßige Informationskampagnen für die Angestellten.

Welches passende Beispiel fällt Ihnen da als erstes ein?

Ralf Kimpel: Nehmen wir die Lieferengpässe. Sie treten nicht erst seit der Corona-Pandemie auf. Schon im Zuge der Nuklearkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 war die Verwundbarkeit internationaler Lieferketten deutlich spürbar. Von daher müssen sich Unternehmen konkret die Frage stellen, ob Lieferantenketten weltweit gespannt werden müssen oder ob es nicht Alternativen in Europa oder gar Deutschland gibt. Diese Alternativen scheinen auf den ersten Blick teurer, aber bei zunehmenden Krisen, Handelsbeschränkungen und den Folgen von Kriegen haben solche Überlegungen durchaus ihre Berechtigung – ganz zu schweigen von wichtigen Aspekten der Nachhaltigkeit, die bei Arbeitsbedingungen vor Ort anfangen und bei langen Transportwegen mit einem hohen CO2-Ausstoß noch nicht aufhören.

Am 16. Mai startet der Risk Management Congress in München – für Sie eine Erleichterung, dass diesmal wieder eine Präsenzveranstaltung möglich ist?

Ralf Kimpel: Unbedingt, schließlich handelt es sich bei diesem Jahrestreffen der Risikomanager um unsere wichtigste Veranstaltung im Jahr, zu der regelmäßig die führenden Risikomanager aus dem deutschsprachigen Raum kommen. Neben dem Austausch zu neuen Themen und Entwicklungen aus dem Risikomanagementumfeld bekommen die Teilnehmenden auch jede Menge Praxisberichte aus erster Hand für ihre tägliche Arbeit. Nicht zu vergessen ist das Networking, von dem die Veranstaltung neben den Vorträgen auch ein Stück weit lebt.

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten zum Risk Management Congress 2022 finden Sie hier.

Risikoquantifizierung

Herausgegeben von der RMA Risk Management & Rating Association e. V.

Eine sachgerechte und fundierte Risikoquantifizierung ist nicht nur eine formale Anforderung an Risikomanagementsysteme, die sich z.B. aus dem Kontroll- und Transparenzgesetz (KonTraG) ableitet. Sie ist auch ökonomisch notwendig, denn ohne die geeignete Quantifizierung und Aggregation der Einzelrisiken kann das Risikomanagement eines Unternehmens seine beiden Kernaufgaben nicht erfüllen:

  • Beurteilung der Risikotragfähigkeit auf Basis des Verhältnisses von Gesamtrisikoumfang und Risikodeckungspotenzial
  • Abwägung der erwarteten Erträge und der mit diesen verbundenen Gesamtrisiken als Grundlage unternehmerischer Entscheidungen

Alles notwendige mathematische und methodische Werkzeug der Risikoquantifizierung erläutert Ihnen das Expertenteam der RMA Risk Management & Rating Association e.V.– in einem anschaulichen Praxisleitfaden mit aktuellen Case Studies, um betriebliche Risikomanagementprozesse zielgerichtet zu verbessern.

Programmbereich: Management und Wirtschaft