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Etwa dreiviertel der Kandidaten in Outplacementberatungsprojekten sind männlich. (Foto: pressmaster - stock.adobe.com)
Corona-Pandemie

Nach Corona-Krise: Outplacementberater erwarten nach Auslaufen des Kurzarbeitergeldes kräftige Nachfrage

ESV-Redaktion/ConsultingBay
09.07.2020
Gesamtumsatz der Outplacementberatungsbranche soll einer BDU-Studie zufolge im Jahr 2020 um zwei Prozent auf 89 Millionen Euro steigen.
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland steigt aufgrund der Corona-Auswirkungen merklich. Aber noch verhindern die geltenden Kurzarbeitergeld-Regelungen betriebsbedingte Kündigungen im großen Stil. Für die Zeit nach Auslaufen der staatlichen Unterstützungsgelder erwarten die Outplacementberater, die entlassene Mitarbeiter auf dem Weg zum neuen Job unterstützen, ab dem 4. Quartal 2020 eine steigende Nachfrage und bis zum Jahresende ein Plus von zwei Prozent.

Luftfahrt, Gastronomie, Tourismus, Automotive, Einzelhandel

2021 soll der Umsatz kräftig in zweistelliger Höhe nach oben gehen. Das sind zentrale Ergebnisse der Branchenstudie „Outplacementberatung in Deutschland 2020“ des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU). Manfred Bertschat, Vorsitzender des Fachverbandes Outplacementberatung im BDU: „Betriebsbedingte Kündigungen haben die Firmen zurzeit weitestgehend ausgesetzt. Sobald die Regelung zur Zahlung von Kurzarbeitergeld ausläuft, wird der große Restrukturierungsbedarf in der deutschen Wirtschaft unübersehbar sein. Um einen umfangreicheren Abbau von Arbeitsplätzen kommen die Unternehmen dann voraussichtlich nicht mehr herum.“ Besonders betroffen werden aus Sicht der Outplacementberater die Branchen Luftfahrt, Gastronomie und Tourismus, Automotive sowie Einzelhandel sein.

Mittelstand reagiert schneller als Konzerne

Aktuell erleben die Outplacementberater ihre Kunden noch eher in Wartehaltung bei der Beauftragung. „Vieles wird geplant, aber noch nicht beauftragt. Nicht wenige Firmen arbeiten an neuen oder zumindest angepassten Geschäftsmodellen. Dabei reagiert der Mittelstand schneller als die Konzernwelt“, beobachtet Stefan Detzel, ebenfalls Vorstandsmitglied im BDU-Fachverband Outplacementberatung.

Die Trennungsspezialisten sehen vor diesem Hintergrund eine erhebliche Herausforderung für die Mitarbeiter in den Unternehmen: Je schwieriger der Arbeitsmarkt wird, umso mehr benötigen die Kandidaten eine fundierte Standortanalyse ihrer Stärken und Schwächen, um beruflich weiter erfolgreich sein zu können.

Die wichtigsten Auftraggeber der Outplacementberater waren 2019 die Chemie- und Pharmabranche, der Fahrzeugbau, der Maschinenbau sowie die Finanzdienstleistungsbranche.

Die Studienergebnisse im Überblick:
  • Etwa dreiviertel der Kandidaten in Outplacementberatungsprojekten sind männlich.
  • Das Durchschnittsalter liegt insgesamt bei 49 Jahren.
  • Das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen der Kandidatinnen und Kandidaten beträgt im Einzeloutplacement 105.000 Euro, im Gruppenoutplacement 75.000 Euro.
  • Mehr als 70 Prozent beginnen spätestens sechs Monate nach Start der Outplacmentberatung eine neue Tätigkeit.
  • Sieben von zehn Kandidatinnen und Kandidaten erzielen in der neuen Position ein gleiches oder höheres Einkommen.
  • Jeder Dritte konnte in eine höhere Hierarchiestufe wechseln, gut die Hälfte schaffte den Einstieg bei einem neuen Arbeitgeber auf einer vergleichbaren Hierarchieebene.
  • Acht von zehn Mitarbeitern nehmen nach den Outplacement-Maßnahmen erneut eine angestellte Tätigkeit auf.
  • Knapp jeder zehnte Outplacement-Kandidat macht sich selbstständig.
  • Befristete Einzeloutplacements sind für 53 Prozent des Branchengesamtumsatzes verantwortlich. 26 Prozent des Umsatzes entfallen auf unbefristete Outplacements und 21 Prozent auf Gruppenoutplacements. Bei letzterem Beratungsmodul hat sich der Anteil seit 2015 nahezu verdoppelt.
2019 waren in Deutschland rund 60 spezialisierte Outplacmentberatungen tätig. Weitere geschätzte 120 Firmen bieten diese Dienstleistung ergänzend neben weiteren Beratungsangeboten wie Personalberatung oder Human Resources-Beratung an.


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