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Aufgrund von staatlichen Hilfen sind KMUs momentan weitgehend liquide. (Foto: denphumi/stock.adobe.com)
Restrukturierungsberatung

Problemstau im Mittelstand

Dr. Hans-Jürgen Hillmer, BuS-Netzwerk Betriebswirtschaft und Steuern
26.04.2021
Trotz aktuell noch vielerorts gesicherter Liquidität verweisen Restrukturierungsberater auf strukturelle Marktprobleme, die momentan noch durch staatliche Hilfen verdeckt werden.
Während der BDU-Fachverbandstagung „Sanierungs- und Insolvenzberatung“ am 23.4.2021 wurde mit etwa 60 Restrukturierungsberatern über die aktuelle Marktlage und -entwicklung diskutiert. Im Geschäftsjahr 2020 gab es in Deutschland 15.841 Insolvenzverfahren, ein seit 1999 nicht mehr erreichter Tiefstand. Wesentlicher Grund dafür seien, so die Mitglieder des Fachverbands, die von staatlicher Seite gesetzten Maßnahmen wie
  • Kurzarbeit,
  • ausgereichte KfW-Darlehen, die erst in ein bis zwei Jahren zur Tilgung anstehen, sowie
  • Steuer- und Sozialversicherungsbeitragsstundungen.
Daher sind mittelständische Unternehmen – abgesehen von der Gastronomie und dem Kleinsteinzelhandel – aufgrund der staatlichen Hilfen weitgehend liquide. Demzufolge treten bei den Finanzierern keine negativen Auffälligkeiten in den Kontobewegungen auf. Die Ratings für die Risikoeinschätzungen der Kreditengagements werden aktuell auf der Basis der Jahresabschlüsse 2019 bestimmt. Das kann sich im Laufe des dritten Quartals 2021 durchaus ändern.

Aufgrund der vom Unternehmenssektor „gefühlten“ (kompletten) Aussetzung der Insolvenzantragspflicht (die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für Unternehmen, deren Covid-19 Hilfen noch nicht ausgezahlt wurden, endet zum 30.4.2021) konnte das Instrument Insolvenzverfahren die ordnungspolitische Aufgabe nicht erfüllen.

Bei sehr vielen Unternehmen im klassischen Mittelstand ist aber das Geschäftsmodell nicht dem stattfindenden Wandel angepasst, so sind digitale Geschäftsprozesse und -modelle noch nicht implementiert oder die Kundenstruktur noch zu wenig diversifiziert. „Als Gesellschaft müssen wir Wettbewerb und Marktbereinigung wieder zulassen. Dazu muss es auch gehören, dass Unternehmen Insolvenz anmelden, um im geregelten gesetzlichen Rahmen eine Lösung zu entwickeln. Ansonsten geht das zu Lasten der Gläubiger sowie der solide wirtschaftenden Mitwettbewerber, die ohne staatliche Hilfe auskommen, ihre Preise auf dem Markt aber nicht durchsetzen können“, so der wissenschaftliche Beirat im Fachverband, Prof. Dr. Markus W. Exler (Studiengangsleiter an der FH Kufstein und Partner Quest Consulting AG), der den Diskussionsteil an der BDU-Tagung moderiert hat.

Weiterführende Informationen

In der Fachzeitschrift KSI, deren aktuelle Ausgabe 03/2021 Anfang Mai erscheinen wird, finden Sie weiterführende Informationen zu den mit dieser Thematik verbundenen Problemstellungen und -lösungen.


Krisen-, Sanierungs- und Insolvenzberatung

Herausgeber: Peter Depré
Chefredakteur: Dr. Hans-Jürgen Hillmer
Redaktion: Claudia Splittgerber
Herausgeberbeirat: Prof. Dr. Markus W. Exler

Rettung statt Liquidation

Unternehmenskrisen entstehen fast nie plötzlich oder durch eine einzelne Fehlentscheidung. Meist sind sie das Ergebnis vielschichtiger Probleme. Das frühzeitige Erkennen drohender Krisen, eine umfassende Ursachenanalyse und rechtzeitiges Gegensteuern werden so zu Schlüsselkompetenzen erfolgreicher Krisen-, Sanierungs- und Insolvenzberatung.

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Fallstudien und Arbeitshilfen

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(ESV, uw)

Programmbereich: Management und Wirtschaft